Ratgeber Geldmarkt-ETF Vergleich 2026: Tagesgeld-Alternative?


Geldmarkt-ETF Vergleich 2026: Tagesgeld-Alternative?

2026: Tagesgeld-Zinsen schrumpfen nach Neukunden-Phasen. Wohin mit dem kurzfristigen Kapital? Geldmarkt-ETFs werden als Alternative relevant. Wir prüfen, ob der legendäre DBX0AN die bessere Wahl für Ihr Geld ist.

Geldmarkt-ETF Vergleich 2026: Ist der DBX0AN die bessere Wahl für Ihr Kapital?

Wir schreiben den 02. Januar 2026. Ein neues Jahr hat begonnen und mit ihm stellen sich Millionen Sparer in Deutschland wieder die gleiche Frage: Wohin mit dem kurzfristig verfügbaren Geld? Die Zeiten der extremen Zinsanhebungen, die wir noch 2023 und 2024 gesehen haben, sind vorbei. Die Europäische Zentralbank hat sich auf einem neuen Zinsniveau eingependelt, und die ganz großen Zins-Geschenke der Hausbanken werden seltener. Wer heute sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt, merkt schnell: Die attraktiven "Neukunden-Zinsen" laufen oft nach sechs Monaten aus und man fällt zurück auf einen mickrigen Standardzinssatz. Genau hier kommen Geldmarkt-ETFs ins Spiel, allen voran der mittlerweile fast legendäre DBX0AN.

In diesem Artikel beleuchten wir detailliert, warum Geldmarkt-ETFs auch im Jahr 2026 für viele Anleger die intelligentere Lösung im Vergleich zum klassischen Bankkonto sind. Wir analysieren die Kosten, die Sicherheit, die steuerlichen Aspekte und vergleichen die Top-Produkte am Markt. Dabei werfen wir einen nüchternen Blick auf die Renditen, die Sie aktuell erwarten können, und erklären, warum der "Zinseszins-Effekt" bei diesen Produkten besonders stark wirkt.

Das Grundprinzip: Was unterscheidet Geldmarkt-ETFs vom Tagesgeld?

Um zu verstehen, warum so viele smarte Investoren ihr Geld von der Sparkasse abziehen und in einen ETF stecken, muss man die Mechanik verstehen. Ein klassisches Tagesgeldkonto ist eine Geschäftsbeziehung zwischen Ihnen und einer Bank. Die Bank entscheidet, welchen Zins sie Ihnen weitergibt. Erhöht die EZB die Zinsen, kann die Bank entscheiden, diese Erhöhung erst Monate später – oder gar nicht – an Sie weiterzugeben. Senkt die EZB die Zinsen, sind die Banken meist sehr schnell darin, Ihren Ertrag zu kürzen. Sie sind also immer abhängig von der Geschäftspolitik des Instituts.

Ein Geldmarkt-ETF hingegen demokratisiert den Zinsmarkt. Er bildet in der Regel die sogenannte "Euro Short-Term Rate" (€STR) ab. Dies ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander über Nacht Geld leihen. Man könnte sagen: Es ist der "Großhandels-Zins". Wenn Sie einen Geldmarkt-ETF kaufen, erhalten Sie quasi diesen Großhandels-Konditionen, abzüglich einer winzigen Gebühr. Es gibt keinen Mittelsmann, der entscheidet, ob Sie die Zinsen "verdient" haben. Wenn die EZB den Zins heute ändert, bildet der ETF dies ab morgen ab. Das macht diese Anlageform extrem transparent und fair.

Im Jahr 2026 liegt dieser Zinssatz im Bereich von etwa 1,9 bis 2,0 Prozent. Das klingt vielleicht weniger spektakulär als die fast 4 Prozent aus dem Jahr 2024, ist aber im historischen Vergleich immer noch ein solider, realer Ertrag und oft deutlich mehr, als Bestandskunden bei ihrer Filialbank erhalten.

Der Platzhirsch im Fokus: Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap (DBX0AN)

Wenn in Finanzforen oder sozialen Medien über "den Geldmarkt-ETF" gesprochen wird, ist fast immer der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF gemeint, besser bekannt unter seinem Börsenkürzel DBX0AN. Warum konzentriert sich fast das gesamte Interesse auf dieses eine Produkt?

Erstens ist es die schiere Größe. Mit einem Fondsvolumen von mittlerweile über 18 Milliarden Euro ist dieser ETF ein Schwergewicht. Größe bedeutet an der Börse Liquidität. Sie können Anteile im Wert von Millionen Euro kaufen oder verkaufen, ohne dass sich der Kurs auch nur einen Millimeter bewegt. Der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, ist aufgrund dieser Liquidität extrem gering, was Ihre Kosten beim Einstieg minimiert.

Zweitens sind es die Kosten. Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,10 Prozent pro Jahr ist der Fonds extrem günstig. Das bedeutet, von 100 Euro Gewinn, den der Fonds erwirtschaftet, behält die Fondsgesellschaft nur 10 Cent für Verwaltungskosten ein. Der Rest landet bei Ihnen. Zum Vergleich: Viele aktiv gemanagte Rentenfonds verlangen das Zehnfache.

Drittens ist da die Performance-Historie. Der Fonds existiert seit 2007. Er hat die Finanzkrise, die Eurokrise, die Nullzinsphase und die Inflationsphase überstanden. Er ist kein modisches Neuprodukt, sondern ein etabliertes Finanzinstrument für institutionelle Investoren, das nun auch für Privatanleger einfach zugänglich ist.

Tabelle: Die wichtigsten Fakten zum DBX0AN im Überblick

Um Ihnen eine schnelle Orientierung zu geben, haben wir die harten Fakten dieses ETFs zusammengetragen, wie sie sich aktuell am 02.01.2026 darstellen:

Merkmal Details
Name Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C
ISIN / WKN LU0290358497 / DBX0AN
Abbildungsart Synthetisch (Unfunded Swap)
Kosten (TER) 0,10 % p.a.
Ertragsverwendung Thesaurierend (Gewinne werden reinvestiert)
Referenzindex Solactive €STR +8.5 Daily Total Return Index
Fondsvolumen > 18,7 Mrd. EUR
Aktuelle Rendite (ca.) ~ 1,92 % p.a. (Stand Jan 2026)
Risikoklasse Sehr gering (Volatilität ~0,13%)

Funktionsweise: Wie sicher ist die "synthetische" Replikation?

Ein Punkt, der deutsche Anleger oft zögern lässt, ist das Wort "Swap" im Namen des ETFs. Es deutet auf ein Tauschgeschäft hin. Der DBX0AN kauft nicht direkt Tagesgeldkonten auf. Stattdessen investiert der Fonds in einen Korb aus sehr sicheren Staatsanleihen (das sogenannte Trägerportfolio). Gleichzeitig schließt der Fonds einen Vertrag mit einer großen Investmentbank (dem Swap-Kontrahenten, oft die Deutsche Bank) ab.

Dieser Vertrag besagt: "Ich gebe dir die Rendite meiner Staatsanleihen, und du gibst mir dafür exakt den Zinssatz des €STR." Dies nennt man synthetische Replikation. Kritiker fürchten hier oft das Kontrahentenrisiko. Was passiert, wenn die Swap-Bank pleitegeht? Hier gibt es im Jahr 2026 sehr beruhigende Nachrichten und Mechanismen, die sich bewährt haben.

Erstens ist der ETF ein Sondervermögen. Das Geld gehört nicht der Fondsgesellschaft Xtrackers und auch nicht der Deutschen Bank, sondern Ihnen, den Anlegern. Zweitens wird der Wert des Swaps täglich berechnet. Sollte die Bank dem Fonds Geld schulden, muss sie Sicherheiten hinterlegen. In der Praxis ist das Trägerportfolio (also die Anleihen, die der Fonds tatsächlich besitzt) oft sogar mehr wert als der Swap-Wert. Das Risiko eines Totalverlusts ist daher theoretisch zwar nicht null, aber extrem unwahrscheinlich und durch mehrfache Sicherheitsnetze (UCITS-Richtlinien) abgefangen. Für den normalen Sparer ist dieses Risiko kaum höher einzuschätzen als das Risiko, dass die Einlagensicherung bei einer Pleite einer kleinen Bank an ihre Grenzen stößt.

Der Konkurrent: Amundi EUR Overnight Return (LYX0B6)

Auch wenn der DBX0AN den Markt dominiert, ist er nicht alternativlos. Sein größter Konkurrent kommt aus dem Hause Amundi (ehemals Lyxor). Der Amundi EUR Overnight Return (WKN: LYX0B6) funktioniert nach einem fast identischen Prinzip. Auch hier wird der €STR abgebildet, auch hier liegt die TER bei 0,10 Prozent. Die Performance ist nahezu deckungsgleich, oft unterscheiden sich die beiden Produkte in der Nachkommastelle der Rendite nur minimal.

Warum sollte man also den einen oder den anderen wählen? Oft ist es eine Frage der Verfügbarkeit beim Broker. Manche Neobroker bieten Sparpläne für den Xtrackers-ETF kostenlos an, andere bevorzugen Amundi. Ein weiterer Aspekt ist die Diversifikation: Wer sehr große Summen (über 100.000 Euro) im Geldmarkt parkt, könnte sich wohler fühlen, das Geld auf zwei verschiedene Anbieter und somit zwei verschiedene Swap-Kontrahenten aufzuteilen, um auch das letzte theoretische Risiko zu streuen.

Renditeberechnung 2026: Was bleibt wirklich hängen?

Lassen Sie uns konkret werden. Wir befinden uns am Jahresanfang 2026. Sie haben 10.000 Euro, die Sie als Notgroschen oder für eine geplante Anschaffung sicher parken wollen. Was bringt Ihnen der Wechsel vom Girokonto (0 % Zinsen) zum Geldmarkt-ETF?

Bei einer angenommenen Durchschnittsverzinsung von 2,00 Prozent über das Jahr 2026 hinweg, würde sich Ihr Kapital rechnerisch wie folgt entwickeln:

  1. Startkapital: 10.000 Euro
  2. Bruttorendite: 200 Euro
  3. Kosten (TER 0,10%): ca. 10 Euro
  4. Ergebnis vor Steuern: 190 Euro

Das klingt zunächst überschaubar. Aber vergleichen Sie das mit der Inflation. Zwar gleicht der Zins von 2 Prozent die Inflation (die 2026 ebenfalls bei etwa 2 Prozent liegt) nur knapp aus, aber Sie verhindern den realen Wertverlust, den Sie auf dem unverzinsten Girokonto erleiden würden. Zudem profitieren Sie beim thesaurierenden ETF (DBX0AN) vom Zinseszinseffekt. Da die Zinsen täglich anfallen und im Fondsvermögen bleiben, verzinsen sich diese Erträge am nächsten Tag sofort wieder mit. Bei 2 Prozent ist dieser Effekt noch klein, aber über mehrere Jahre summiert er sich spürbar auf.

Steuern: Vorabpauschale und Kapitalertragsteuer

Ein Thema, das deutsche Anleger immer beschäftigt, ist die Steuer. Hier gibt es beim Geldmarkt-ETF im Vergleich zum Tagesgeldkonto einen kleinen Unterschied in der Handhabung, auch wenn die Steuerlast am Ende identisch ist. Beim Tagesgeld wird die Abgeltungsteuer (25 % plus Soli und ggf. Kirchensteuer) sofort abgezogen, sobald die Zinsen gutgeschrieben werden – es sei denn, Sie haben einen Freistellungsauftrag eingerichtet.

Beim thesaurierenden ETF wie dem DBX0AN fließen Ihnen keine Zinsen auf das Konto. Der Wert des Anteils steigt einfach jeden Tag ein bisschen. Der deutsche Staat möchte aber nicht erst warten, bis Sie den ETF in zehn Jahren verkaufen, um Steuern zu kassieren. Deshalb gibt es die sogenannte "Vorabpauschale".

Da der Basiszins zu Beginn des Jahres 2026 positiv ist, wird Anfang 2027 eine Steuer auf die im Jahr 2026 erzielten "fiktiven" Gewinne fällig. Diese wird direkt von Ihrem Verrechnungskonto beim Broker abgebucht. Das ist wichtig zu wissen: Sie müssen also Anfang des Jahres etwas Liquidität auf dem Verrechnungskonto vorhalten, damit die Steuer abgebucht werden kann. Haben Sie einen Freistellungsauftrag (Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Singles / 2.000 Euro für Paare) eingerichtet und noch nicht ausgeschöpft, wird dieser zuerst verrechnet, und es wird keine Steuer abgebucht.

Für Anleger, die den Cashflow bevorzugen, gibt es übrigens auch eine ausschüttende Variante des Xtrackers ETFs (WKN: DBX0A2). Hier werden die Zinsen regelmäßig ausgezahlt. Das macht die Steuererklärung oft "fühlbarer", da die Steuer direkt von der Auszahlung abgezogen wird, genau wie beim Tagesgeld. Rein rechnerisch ist der thesaurierende ETF (DBX0AN) jedoch oft minimal überlegen, da die gestundete Steuerzahlung länger für Sie arbeiten kann (Steuerstundungseffekt).

Kosten beim Kauf und Verkauf: Die versteckten Gebühren

Während Tagesgeldkonten meist kostenlos in der Eröffnung und Führung sind, benötigen Sie für einen ETF ein Depot. Im Jahr 2026 ist das dank Neobrokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero aber kaum noch ein Kostenfaktor. Die Depotführung ist dort kostenlos.

Dennoch fallen beim Handel Gebühren an, die Ihre Rendite schmälern können. Achten Sie auf zwei Dinge:

  1. Ordergebühren: Viele Broker bieten Sparpläne kostenlos an. Ein Einmalkauf kostet oft pauschal 1 Euro oder ist ab bestimmten Summen (z.B. 500 Euro) gebührenfrei. Wenn Sie nur 100 Euro anlegen und 1 Euro Gebühr zahlen, haben Sie bereits 1 Prozent Verlust gemacht. Bei Geldmarkt-ETFs lohnt sich die Einmalanlage also meist erst ab höheren Summen oder eben über den kostenlosen Sparplan.
  2. Spread (Handelsspanne): Dies ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Kaufen Sie den ETF unbedingt zu den Haupthandelszeiten der Börse Xetra (werktags zwischen 09:00 und 17:30 Uhr). Hier ist die Liquidität am höchsten und der Spread am niedrigsten (oft unter 0,02 Prozent). Wer abends um 22 Uhr handelt, zahlt oft deutlich höhere Spreads, was bei einer erwarteten Jahresrendite von 1,9 Prozent schmerzhaft sein kann.

Flexibilität: Geld verfügbar machen

Ein großer Vorteil des Tagesgeldes ist die sofortige Verfügbarkeit. Wie sieht das beim ETF aus? Sehr ähnlich, aber mit einem kleinen Zeitversatz. Wenn Sie Ihre ETF-Anteile verkaufen, geschieht dies sofort. Das Geld wird Ihrem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Je nach Broker und Banklaufzeiten (T+2 Settlement) kann es jedoch 1 bis 2 Tage dauern, bis Sie über das Geld verfügen und es auf Ihr Girokonto überweisen können.

Für den absoluten Notfall, bei dem Sie binnen Sekunden Bargeld am Automaten brauchen, ist der ETF also nicht der richtige Ort. Er ist der ideale Ort für den "zweiten Teil" des Notgroschens oder für Geld, das für den nächsten Urlaub oder die Steuerzahlung im nächsten Jahr zurückgelegt wird.

Szenario-Analyse: Was passiert bei Zinsänderungen?

Wir wissen nicht, was der Rest des Jahres 2026 bringt. Aber wir können simulieren, wie der Geldmarkt-ETF reagiert. Das ist wichtig, um die Risiken zu verstehen.

Szenario A: Die Zinsen steigen wieder.
Sollte die Inflation 2026 unerwartet zurückkehren und die EZB die Zinsen auf 3 Prozent anheben, sind Sie mit dem DBX0AN auf der Gewinnerseite. Da der €STR täglich angepasst wird, steigt die Rendite Ihres ETFs fast in Echtzeit mit. Sie müssen nichts tun, keine neuen Konten eröffnen. Sie profitieren automatisch.

Szenario B: Die Zinsen fallen stark.
Sollte die Wirtschaft einbrechen und die EZB die Zinsen auf 1 Prozent oder gar 0 Prozent senken, sinkt auch die Rendite Ihres ETFs sofort. Der Kurs fällt dabei aber nicht (wie bei langlaufenden Anleihen), er steigt nur langsamer. Ein Verlust entsteht erst, wenn die Zinsen in den negativen Bereich rutschen würden (Minus-Zinsen), wie wir es vor 2022 hatten. In einem solchen Szenario würde der Wert Ihres Anteils täglich minimal schrumpfen (Zins minus Kosten). Aktuell, im Januar 2026, deutet jedoch wenig auf eine Rückkehr zu Negativzinsen hin.

Für wen lohnt sich der Geldmarkt-ETF nicht?

Obwohl der DBX0AN oft als die "Eierlegende Wollmilchsau" für kurzfristiges Geld gepriesen wird, gibt es Anlegergruppen, für die er nicht optimal ist.

Wenn Sie absolute Garantie brauchen, dass 10.000 Euro auch morgen noch exakt 10.000 Euro sind (ohne Schwankung durch Spread oder minimale Kursbewegungen), ist das gesetzlich geschützte Tagesgeld bis 100.000 Euro immer noch das sicherste Instrument. Die Einlagensicherung ist ein staatliches Versprechen (bzw. ein gesetzlich reguliertes Bankenversprechen), der ETF ist ein Marktprodukt.

Außerdem lohnt sich der ETF nicht für sehr kleine Summen und sehr kurze Zeiträume. Wer 500 Euro für zwei Wochen parken will, verliert durch Spread und eventuelle Kaufgebühren mehr, als er an Zinsen gewinnt. Als Faustregel gilt: Der Anlagehorizont sollte mindestens 1 bis 2 Monate betragen, damit die Zinsen die Handelskosten sicher übersteigen.

Alternative: Anleihen-ETFs mit kurzer Laufzeit

Oft werden Geldmarkt-ETFs mit Anleihen-ETFs verglichen, die in kurzlaufende Staatsanleihen investieren, wie zum Beispiel der "iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr". Diese investieren physisch in deutsche Staatsanleihen, die bald fällig werden. Das Risiko ist hier noch geringer, da kein Swap-Partner involviert ist und der deutsche Staat als extrem zahlungsfähig gilt.

Der Nachteil im Jahr 2026 ist jedoch die Rendite. Deutsche Staatsanleihen gelten als "sicherer Hafen" und werfen daher oft weniger Rendite ab als der €STR-Zins. Sie zahlen also eine Art "Sicherheitsprämie" in Form von Renditeverzicht. Für den DBX0AN spricht aktuell der Renditevorsprung von oft 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten gegenüber kurzlaufenden deutschen Bundesanleihen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So kaufen Sie den DBX0AN

Für Einsteiger, die noch nie einen ETF an der Börse gehandelt haben, mag der Prozess einschüchternd wirken. Doch im Jahr 2026 ist es dank moderner Apps eine Sache von wenigen Minuten. Hier ist der Ablauf:

  1. Broker-App öffnen: Loggen Sie sich bei Ihrem Depotanbieter ein.
  2. Suche: Geben Sie in das Suchfeld nicht den Namen ein (das führt oft zu Verwirrung), sondern die Kennnummer. Für den thesaurierenden Fonds tippen Sie "DBX0AN". Für die ausschüttende Variante "DBX0A2".
  3. Überprüfung: Stellen Sie sicher, dass der Name "Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap" angezeigt wird.
  4. Kaufart wählen: Entscheiden Sie zwischen "Sparplan" (regelmäßig, z.B. monatlich 100 Euro) oder "Kauf" (Einmalbetrag).
  5. Handelsplatz: Wenn Sie die Wahl haben, wählen Sie zu Xetra-Zeiten (tagsüber) oft "Gettex" oder "Tradegate" für kostenlosen Handel bei Neobrokern. Der Spread ist dort tagsüber meist fair an den Referenzmarkt gebunden.
  6. Stückzahl oder Betrag: Geben Sie ein, wie viel Euro Sie investieren wollen. Die App berechnet automatisch, wie viele Anteile Sie dafür bekommen (inklusive Bruchstücke beim Sparplan).
  7. Bestätigen: Nach der Bestätigung dauert es wenige Augenblicke, und das Geld ist investiert. Ab jetzt arbeitet der €STR-Zins für Sie.

Psychologischer Vorteil: Die Ruhe im Depot

Ein oft unterschätzter Aspekt des Geldmarkt-ETFs ist die psychologische Komponente. Wer Aktien-ETFs (wie den MSCI World) besitzt, kennt den Blick ins Depot: Mal rot, mal grün, oft hohe Schwankungen. Der DBX0AN ist der "langweilige Anker" im Depot. Sein Chart zeigt – in Zeiten positiver Zinsen – fast wie mit dem Lineal gezogen von links unten nach rechts oben. Es gibt keine Crashs, keine Gewinnwarnungen von Unternehmen, keine Panik.

Diese Stabilität kann helfen, in turbulenten Börsenphasen Ruhe zu bewahren. Wer weiß, dass ein Teil seines Vermögens sicher und stetig wächst, erträgt die Schwankungen im risikoreicheren Teil des Portfolios oft besser. Dies nennt man im Fachjargon "Volatilitäts-Dämpfer". Gerade im Jahr 2026, wo die Aktienmärkte nach den Rallyes der Vorjahre vielleicht etwas unruhiger laufen könnten, ist so ein Stabilitätsanker Gold wert.

Häufige Missverständnisse aufgeklärt

Zum Abschluss ist es wichtig, mit einigen Mythen aufzuräumen, die immer noch kursieren:

  1. "Der ETF kann pleitegehen": Wie erwähnt, ist das Sondervermögen geschützt. Selbst wenn Xtrackers (DWS) Insolvenz anmeldet, gehört das Geld Ihnen.
  2. "Geldmarkt ist gleich Aktienmarkt": Nein. Es gibt keine Aktien im Fonds. Die Kursentwicklung hängt nur vom Zins ab, nicht von Unternehmensgewinnen.
  3. "Tagesgeld ist immer kostenlos, ETF kostet Geld": Das stimmt in Bezug auf die Gebühren, aber die "Opportunitätskosten" (entgangene Gewinne durch schlechtere Zinsen beim Tagesgeld) sind oft viel höher als die 0,10 % TER des ETFs. Wer 2,0 % beim ETF bekommt und nur 1,2 % beim Bestandskunden-Tagesgeld, verliert beim Tagesgeld bares Geld, auch wenn "keine Gebühren" draufsteht.

Der Geldmarkt-ETF DBX0AN hat sich auch 2026 als das Standardinstrument für informierte Selbstentscheider etabliert. Er nimmt den Banken die Macht über die Zinsweitergabe und legt sie in die Hände der Anleger. Mit geringem Aufwand, hoher Transparenz und fairer Verzinsung ist er die logische Evolution des klassischen Sparbuchs im digitalen Zeitalter.

Fazit

Geldmarkt-ETFs wie der DBX0AN können eine attraktive Alternative zum Tagesgeld sein, insbesondere wenn Sie von höheren Zinsen profitieren möchten. Die synthetische Replikation des DBX0AN bietet eine flexible Möglichkeit, am Geldmarkt teilzunehmen, wobei Anleger die wichtigsten Fakten und Funktionsweisen verstehen sollten, um informierte Entscheidungen treffen zu können.



Über den Autor

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Andreas Vonoia

Finanz-Experte

Hallo, mein Name ist Andreas Vonoia, und ich bin ein erfahrener Finanzredakteur bei zinsen.net. Ich habe mich auf die Themen Anleihen, Kredite und Zinsen spezialisiert und kenne mich bestens mit verschiedenen Kontoarten wie Girokonto, Tagesgeldkonto, Kreditkarten und Festgeldkonto aus. Mit leicht verständlichen und informativen Texten möchte ich dir helfen, die besten Entscheidungen für deine Finanzen zu treffen.

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